Vom Abschied

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Irgendwann geht alles vorbei. Wir wissen, dass alles endlich ist und trotzdem fällt es uns oft schwer, uns für die wichtigen Dinge und Wesen in unserem Leben Zeit zu nehmen. Es gibt ja auch immer so viel zu tun und zu erledigen und morgen ist ja auch noch ein Tag.

Aber was, wenn wir wüssten, dass wir nur noch einen Tag zu leben hätten oder wir aus irgendeinem Grund nur noch einen Tag mit einem Freund verbringen könnten? Ich weiß, ich würde mich maßlos ärgern und mir Vorwürfe machen. Und mich dann ärgern, dass ich darauf Zeit verschwendet habe… Was hätte ich nicht noch alles tun wollen und besprechen mögen…! Es gibt diesen Spruch „Lebe jeden Tag als wär es Dein letzter.“ Das scheint schwer umsetzbar und ist es für viele bestimmt auch, je nach dem, was man so vorhätte. Wer würde sich schon hinsetzen, die letzten Dinge regeln und dann ruhig meditieren?

Ich habe darüber nachgedacht und ich weiß tatsächlich nicht, was ich an meinem letzten Tag tun würde. Es gibt so vieles, was mir dann wichtig und sinnvoll erscheint und gleichzeitig kommt mir das dann alles völlig sinnlos vor. Warum nicht in Ruhe meditieren? Das Loslassen vorbereiten…

Ich denke, es ist wirklich gut, dass wir nicht wissen, wann wir sterben, das wäre ja psychisch nicht auszuhalten. Was mir aber die Beschäftigung mit der Frage nach dem letzten Tag gebracht hat, ist, dass ich mir mehr bewusste, stressfreie Zeit mit den mir wichtigen Menschen und Tieren verbringen möchte. Dass ich sozusagen so viel wie möglich von allem mitbekomme, alles wahrnehme und schöne Erinnerungen speichere.

Was ich tatsächlich schon seit vielen Jahren mache, wenn Freunde zum Beispiel zu Besuch waren und wieder abfahren, dass ich mich (innerlich) so verabschiede, als könnte es das letzte Mal gewesen sein, dass ich sie gesehen habe. Wenn wir ehrlich sind, wissen wir nicht, ob wir den anderen wiedersehen. Das trifft natürlich auch auf den Abschied zu, wenn der Partner am Morgen in die Arbeit fährt…

Sollten wir deshalb paranoid werden und ständig ans Ende denken? Natürlich nicht. Dass wir nicht immerzu an alle Eventualitäten denken, ist ein sehr gesunder Verdrängungsmechanismus. Aber öfter mal bewusst „Tschüß“ sagen. Doch mal mit der Freundin treffen statt Überstunden machen. Achtsam zuhören, wenn der Freund was erzählt – und die Katze doch auf den Schoß nehmen wenn sie meckert, auch wenn das schwarze T-Shirt dann voller weißer Katzenhaare ist.

Im Englischen heißt es so schön „quality time“ verbringen. Ja, genau das möchte ich mehr in mein Leben holen. Damit wenn der Abschied kommt, ich sagen kann: ich habe in vollen Zügen erlebt.

Mit diesen nachdenklichen Worten wünsche ich Euch schnmal ein schönes Osterfest!

Eure Merle

Impulse zur Selbstliebe – Einladung zum Newsletter

Liebe Leserinnen und Leser,
heute ist es soweit, ich starte mein neues Projekt „Impulse zur Selbstliebe“.

WORUM GEHT ES?
Mir ist in den letzten Wochen und Monaten immer klarer geworden, dass der Weg zu einem erfüllten Leben und vielleicht zur Erleuchtung über die Selbstliebe geht. Selbstliebe ist der Schlüssel zu einem unabhängigen, freien, freudvollem Leben. Aber wie liebe ich mich selbst? Was ist Selbstliebe? Darf ich das? Und kann ich zu egoistisch sein? Stinkt Eigenlob wirklich? Brauche ich für Selbstliebe einen Partner? Wie bereite ich mir selbst Freude im Alltag? Wie finde ich heraus, was mein Leben sinnvoll macht? Muss es das überhaupt sein?

Ich glaube, die meisten von uns haben nicht gelernt, sich selbst zu lieben. Vielen kommt das wie ein viel zu großes Wort und Konzept vor. Wenige wissen, wie sie allein und nur mit sich selbst, Freude und Erfüllung erfahren.

Deshalb habe ich beschlossen, Ideen, Bilder, Zitate, Gedanken, Geschichten usw. zum Thema Selbstliebe zu sammeln. Alles, was Freude macht, uns zum Lachen bringt, Inspiration sein kann oder irgendwie mit dem Thema Selbstliebe zu tun hat, ist willkommen und Ihr seid herzlich eingeladen, mir Eure Beiträge zu schicken. Ich werde diese dann weiter verteilen. Dies ist allerdings keine Voraussetzung, man darf auch ohne Beiträge auf den Verteiler! 😉

Wer auf den Verteiler gesetzt werden möchte, schreibt mir bitte eine Email an:

merle(at)eclipso.de

Eure E-Mail-Adresse wird selbstverständlich vertraulich behandelt und nicht sichtbar sein!

Ziel ist es, täglich einen kleinen, aber feinen Impuls zur Selbstliebe zugeschickt zu bekommen.

WER?
Jeder ist willkommen! Ich beginne mit meinem privaten Emailverteiler und auf dieser Seite und bitte Euch, diese Einladung sehr gerne an alle weiter zu leiten, die auch daran Interesse haben könnten und auf den Verteiler möchten.

WARUM?
Ganz ehrlich? Weil mir das Projekt unglaubliche Freude bereitet und ich diese Freude mit Euch teilen möchte! Weil ich glaube, dass das Thema zu wenig Raum in unserer Gesellschaft hat und weil ich hoffe, den einen oder anderen anzustecken!

„The gift of love is recognizing the God within you so that eventually I’ll see it within myself.“*

Ich freue mich, von Euch zu hören und verbleibe herzlichst

Eure Merle

*„Mysteries of Love“, siehe http://www.crimsoncircle.com

Wieviel Lärm erträgt ein Mensch?

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Heute mal wieder ein Bericht aus den Banalitäten des Alltags: seit drei Tagen und drei Nächten gibt es bei uns im Haus ein unablässiges Hämmergeräusch, das nicht unerträglicher sein könnte. Man stelle sich vor, jemand schlägt im Viertelsekundentakt mit einem Metallgegenstand gegen ein Heizungsrohr. Neben dem Ohr. Nach 20-30 Schlägen gibt es eine Pause, von der man nie weiß, wie lang sie sein wird. Der erst Schlag der neuen Kaskade reißt einen also immer wieder aus dem, was man gerade tut, heraus.

Anfangs dachte ich, es handle sich um eine sehr schlecht justierte Waschmaschine, die jemand zur Unzeit laufen lässt. (Das Geräusch begann nachts.) Da der Großteil meiner Nachbarn keine Rücksicht auf Ruhezeiten nimmt, war das das nahe liegendste. Doch das Geräusch hielt sich über Stunden und somit fiel die Waschmaschine schließlich aus der Wahl. Als nächstes vermutete ich, dass die Heizungsrohre der Verursacher seien, vielleicht aufgrund der Kälte…? Ich fragte eine Nachbarin, die ich zufällig im Hausflur traf, ob sie das auch höre und als sie bejahte, meinte sie auch gleich, dass es sich wohl um die Heizung handle. Also rief ich gestern bei der Hausverwaltung an und schilderte die Misere, mit der Bitte, dass so schnell wie möglich Abhilfe geleistet würde. Die Dame am anderen Ende sagte mir zu, man werde sofort die Installateure benachrichtigen und so ging ich frohen Mutes davon aus, dass der Lärm bis zum Abend abgestellt sein würde.

Pustekuchen, es kamen keine Installateure und es folgte die nächste Nacht mit ständigem Gehämmer im Ohr, das zwar durch Ohrstöpsel ein wenig gedämpft wurde aber eben nicht vollständig ausgeblendet. Um 5 Uhr früh hatte ich die Nase voll und stand auf, völlig gerädert und wirklich schlecht gelaunt. Ich trank eine Tasse Kaffee, aß mein Müsli und saß dann demotiviert in meiner Küche. Was nun? Ich wollte den signifikanten Anderen nicht wecken (was passieren würde, ginge ich auf den Balkon) und in meiner Wohnung rauche ich ja nicht mehr – aber ich wollte so dringend wie nie eine Zigarette…! Also anziehen und raus aus dem Haus. Ich lief ein paar Schritte an unserem Haus vorbei und dachte, ich höre nicht richtig: hier war der Lärm ja genauso zu hören! Ich drehte mich nach rechts, Richtung Hauswand und traute meinen Augen nicht: Die senkrechte Regenrinne, die sich vom Dach zum Boden erstreckt, ist auf Höhe des 4.Stocks zertrennt worden und der untere, längere Teil des Metallrohres vibrierte und schlug heftig gegen die Hauswand. Nach meiner Meinung ungefähr dort, wo die Heizungsrohre innen verlaufen. Mein erster Gedanke war: ach Du Scheiße, das wird man ja nie am Wochenende repariert bekommen! Und wer macht sowas überhaupt? Noch immer vollkommen verblüfft ob der Entdeckung zündete ich mir eine zweite Zigarette an, die ich dann iwrklich genoß, und dachte, dass man den Installateur dringend informieren müsse, damit der nicht umsonst zu uns kommt.

Während ich nach oben in die Wohnung ging, regte sich die Hoffnung, dass nun, wo ich weiß, woher der Krach kommt, es vielleicht nicht mehr so nervenzehrend wäre. Ja, denkste! Das Wissen änderte leider gar nichts, also versuchte ich es mit Achtsamkeit: atmen, spüren, Gefühle und Gedanken beobachten…ja, ich bin genervt, ja ich bin mü… bam bam bam bam bam bam bam bam bam bam bam bam….!!! Holy moly, das ist wirklich kaum auszuhalten. Ich mache mir noch einen Kaffee und stehle mich leise ins Schlaf-/Wohnzimmer, um mein Notebook zu holen… der signifikante Andere ist wach und ich frage ihn, was er denkt, wann ich die Frau von der Hausverwaltung auf dem Handy anrufen kann, es ist immerhin Samstag… wir einigen uns auf 8 Uhr und als es soweit ist, geht natürlich keiner hin. Dem Installationsbetrieb habe ich inzwischen auf den AB gesprochen, damit die nicht hierher kommen und nun warte ich auf Rückmeldung von der Hausverwaltung, der ich eine sms geschrieben habe.

Was mich an der ganzen Sache wirklich erschreckt, ist, dass ich so eine Belästigung nicht ausblenden kann. Dass mich das Geräusch wirklich so sehr nervt, dass ich unfassbar mies drauf bin und extrem angespannt. Ich wusste schon immer, dass ich äußerst geräuschempfindlich bin, aber eigentlich war das in den letzten Jahren besser geworden. Ich habe mich nolens volens mit dem Hintergrundgesumse aus den Nachbarwohnungen arrangiert und kann auch einschlafen, wenn ich den Herrn über mir lautstark telefonieren höre. Aber dieses Gehämmere bringt mich an den Rand des Wahnsinns und ich tue mich gerade sehr schwer, geduldig auf Rückmeldung von der Hausverwaltung zu warten. Am liebsten würde ich sie alle 10 Minuten anrufen, was natürlich nichts bringt.

Was ich noch nicht verstanden habe, ist die Tatsache, dass das Regenrohr so vibriert. Hat das mit der Kälte zu tun? Denn wirklich windig ist es nicht! Da meine Hoffnung auf Reparatur am Wochenende eher gering ist, hoffe ich jetzt auf wärmere Temperaturen, die morgen kommen sollen. Aber das bedeutet im Zweifel, dass mir noch so eine Nacht bevor steht…na Mahlzeit.

Ich denke, ich werde heute sehr lange spazieren gehen. Schade, dass man sich derzeit in kein Cafe setzen kann, ich würde den ganzen Tag dort verbringen…

In der Schule hatten wir einen Religionslehrer mit sehr gewöhnungsbedürftigem Humor. Der kam zur ersten Stunde mit einem Hammer in den Klassenraum und meinte dann zu uns: (Schüler der 6. Klasse) „So, und wer jetzt noch nicht bekloppt ist, der wird dann eben behämmert!“ Ich kann mich leider nicht erinnern, was er dann mit dem Hammer gemacht hat… der Unterricht war jedenfalls unter alle Kanone…aber das ist eine andere Geschichte. Ich bete zum Gott der Spengler und Regenrinnen-Reparateure, dass die Lösung kommt, bevor ich behämmert werde…

Wer mag, darf mir gerne die Daumen drücken, dass sich bald was tut…ansonsten werde ich berichten, wie es weiter geht…

Euch allen ein schönes und vor allem ruhiges Wochenende!

Eure Merle

Viel Rauch um nichts Gutes…

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Ich rauche viel und ich rauche gerne. Also zumindest viel… das mit dem gerne ist seit einer Weile dabei, sich zu ändern. Seit meinem 14. Lebensjahr tue ich mir diese ungesunde Angewohnheit an und habe seitdem (also über einen Zeitraum von 32 Jahren) vielleicht 4 Mal versucht, aufzuhören. Offensichtlich ohne Erfolg. In den 20ern sagte ich mir noch, dass ich mit 30 ganz sicher aufhören würde, in den 30ern war ich mir sicher, mit 40 aufzuhören… Aber ich habe über lange Zeit tatsächlich gerne geraucht. Ich mochte den Geschmack, meiner Fitness hat es keinen Abbruch getan – zumindest keinen für mich spürbaren – und in Zeiten von Geldknappheit wurde natürlich selbst gedreht.

Zu Rauchen bedeutete für mich Entspannung. Und egal wo man war, gab es ein Rauchergrüppchen, dann hatte man auch gleich eine Unterhaltung. Rauchen war für mich auch Lebensgefühl, nämlich das je ne sais quoi und der kleine private Widerstand gegen all die Vernünftigen, die Gesundheitsapostel, die Richtigmacher. Und zur Tasse Kaffee eine Zigarette zu rauchen, ist einfach ein unübertroffener Genuß. Und wenn ich gestresst bin, hilft mir eine Rauchpause runterzukommen. Ich bin niemand, der zum Beispiel auf dem Weg zum Bahnhof eine raucht, oder gar beim spazieren gehen. Nein, ich genieße das Qualmen und möchte dafür bitte auch genügend Zeit und Muße haben. Übrigens rauche ich zu Hause nur in der Küche, deren Fenster fast immer geöffnet ist, so dass es bei mir auch kaum nach Rauch riecht. (Wie mir Besucher schon öfter bestätigten.)

Nun bin ich 46 und habe einen neuen Begleiter: den Raucherhusten. Und unerhörter Weise merke ich beim Treppensteigen, wie mir die Puste ausgeht. Ebenso wie das Geld, denn Zigaretten, aber auch Tabak zum selber drehen, sind inzwischen obszön teuer. Es ist höchte Zeit, das Rauchen aufzuhören. Es gibt sogar Tage, da schmeckt es mir nicht mehr und ich bin genervt, vom aschigen Geschmack in meinem Mund. Darüber hinaus haben sowohl meine Zahnärztin als auch meine Frauenärztin mir nahe gelegt, das Rauchen aufzuhören, da das in meinem Alter ja doch sehr verantwortungslos wäre. Schluck. Ja, das spiegelt auch meine eigenen Gedanken, aber ich erinnere mich auch an die kläglichen Versuche des Aufhörens: Tremor, Kopfschmerzen, heftige Verdauungsprobleme, Übelkeit… Und das nicht über eine paar Tage sondern über Wochen. Nein, ich bin nicht hoch motiviert, ich bin eingeschüchtert und verzagt. Wie soll ich das schaffen?

Die offensichtlichen Argumente gegen das Rauchen braucht mir niemand erzählen, die kenne ich zur genüge und ich gebe ihnen, fast uneingeschränkt, Recht. Doch die Glimmstengel sind schon so lange geliebter Teil meines Alltags, dass ich mir diesen nur schwer ohne sie vorstellen kann. Und ziemlich sicher werde ich an Gewicht zunehmen, das berichten ja alle, die aufgehört haben zu Rauchen. Es sind düstere Aussichten. Aber wie sind meine Aussichten, wenn meine Lunge aufgeben sollte und ich Krebs bekomme? Oder einen Schlaganfall erleide? Und will ich wirklich mit Mitte 40 schon vor dem 4. Stock ohne Aufzug kapitulieren? Nein, natürlich nicht. Und doch, es wird ein trauriger Abschied von einer lieb gewonnenen Gewohnheit, von einem Ritual, das da heißt: erst mal hinsetzen, Käffchen trinken, durchatmen und dann eine anzünden.

Ein paar Wochen Schonfrist habe ich mir noch gegeben bzw. bin ich dabei, die Anzahl der täglichen Zigaretten zu reduzieren. Ich bin gerade bei ungefähr der Hälfte. Da gibt es schon Momente der Nervosität und der Körper meckert auch schon rum. Aber ich möchte das schaffen. Neben allen rationalen, nicht abzuweisenden Gründen fürs Aufhören kommt derzeit noch hinzu, dass ich häufig Besuch von einem sehr überzeugten Nichtraucher habe. Ich stehe also in der Kälte auf dem Balkon und der Genuß ist doch erheblich durch die winterlichen Temperaturen geschmälert. Aber die räumliche Nähe zu einem signifikanten Nichtraucher ist immerhin auch ein Teil der langsam den Kopf hebenden Motivation, aufzuhören.

Es ist letztlich natürlich meine Entscheidung und nur meine Entscheidung, ob ich aufhöre oder, ich möchte sagen, wann ich aufhöre. Ich coache mich täglich mental und male mir aus, wieviel klarer und freier ich mich ohne den Nikotinnebel fühlen werde, wieviel mehr Geld ich jeden Monat habe und wie einfach der 4. Stock zu erklimmen sein wird. Noch wiegt das alles die Qualen der Abgewöhnungsphase nicht auf, aber ich bin guter Dinge, dass die im Gehirn angelegte Straße namens „Nichraucher sein ist toll!“ immer besser befahrbar wird.

Am liebsten wär ich ja Gelegenheitsraucher, ein paar solcher begnadeter Wesen sind mir in meinem Leben über den Weg gelaufen und ich beneide sie sehr. Ab und zu mal, zum Glas Wein oder in Gesellschaft eine rauchen, das wär schon toll. Aber daran ist bei mir nicht zu denken. Also, tabula rasa. Bald schon. Ganz bestimmt.

Spätestens wenn es soweit ist, werde ich wieder davon berichten und wie erfolgreich ich sein werde. Einstweilen ziehe ich mir jetzt eine dicke Wollstrickjacke an und gehe auf den Balkon. Noch darf ich ja…

Damit sage ich „Tschüß“ und sende herzliche Grüße!

Eure Merle

Von Übergriffigkeit und Privatsphäre

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Einer der wichtigsten Aspekte einer Paarbeziehung ist die Nähe-Distanz-Regulation und damit verbunden die Wahrung der Grenzen des Partners. Während ich in den letzten Wochen dachte, die große Herausforderung sei es, mehrere Tage am Stück mit dem signifikanten Anderen in meiner kleinen 1,5-Zimmer-Wohnung zu verbríngen, wurde ich vorgestern eines besseren belehrt. Es war meine eigene Ungeduld, die mich dazu verführte, übergriffig zu agieren und die Grenzen des Anderen zu verletzen – über eine Distanz von einer 2-stündigen Autofahrt hinweg.

Was war passiert? Es stand die Frage eines Besuchs bei mir in München im Raum, wobei noch ein fraglicher Termin des signifikanten Anderen geklärt werden musste. Es handelte sich um einen wichtigen Termin in einer wichtigen Angelegenheit bei einer wichtigen Autoritätsperson. Da schlug ich kurzerhand vor, er solle der Autoritätsperson doch einfach mitteilen, dass er den Termin nur per Zoom (eine Konferenz-App) wahrnehmen könne. Kaum ausgesprochen, war mir auch schon bewusst, was ich da gemacht hatte. Damned! Ich hätte mich ohrfeigen können. Das Telefonat wurde zivilisiert aber angespannt beendet und nachdem ich aufgelegt hatte, grübelte ich fieberhaft darüber nach, wie das hatte passieren können. Sicherlich keine große Sache, aber doch ein faux-pas, dessen Wiederholung ich tunlichst vermeiden sollte: es stand mir schlichtweg nicht zu, mich in diese Angelegenheit einzumischen und einen solchen Ratschlag zu geben, insbsondere da mir die Relevanz des Termins durchaus bewusst war; ebenso wie die Konvention, dass eine derartige Nachricht an die Autoritätsperson eigentlich ein no-go wäre. Konsequenter Weise entschuldigte ich mich bei meinem signifikanten Anderen und damit war bzw. ist die Sache eigentlich aus der Welt geschaffen, aber sie beschäftigt mich immer noch.

In meiner Ungeduld und dem Wunsch nach einem längerem Besuch hatte ich vergessen, dass Ratschläge auch Schläge sind und dass unerbetene Ratschläge gleich doppelt so unangemessen sind. Und das meine ich vollkommen ernst. Es ist und bleibt eines jeden eigene Entscheidung, wie wir mit den Ereignissen und Herausforderungen des Lebens umgehen und erst, wenn mich jemand dezidiert nach meiner Meinung oder um einen Rat fragt, ist es angemessen, mich zu äußern. Und auch dann kommt es auf die Wortwahl an. „Du musst…“, „Mach auf jeden Fall…“, „Sei immer…“ sind keine opportunen Formulierungen, um jemanden zu beraten. Viel eher schon: „Wenn ich an Deiner Stelle wär…“, „Ich könnte mir vorstellen…“, „Was hältst Du von…“ sind da doch passendere Worte, wenn ich dem Anderen meine Sicht der Dinge darlegen möchte. Denn das bleibt es ja so oder so: meine Sicht auf die Dinge und die kann immer nur begrenzt die des Anderen beinhalten.

Es passiert leicht, besonders in Freundschaften und Paarbeziehungen, dass wir die Grenzen ignorieren. Sie verwischen, man achtet nicht mehr drauf, schließlich ist man sich doch nahe, da kann ich doch einfach mal was raushauen, Handlungsempfehlungen geben und meine Ansicht der Sachlage an den Mann/die Frau bringen. Die meisten Menschen machen das ganz selbstverständlich und merken gar nicht, wie übergriffig das ist. Es fängt schon damit an, dass wir dann gerne Du-Botschaften senden, obwohl wir doch eigentlich uns selbst meinen und dem anderen zum Beispiel schlechte Laune unterstellen, die wir tatsächlich selbst haben. In der sogenannten gewaltfreien Kommunikation ist ein wichtiger Pfeiler das senden von Ich-Botschaften und das Bei-Sich-Selbst-Bleiben. Damit wird übergriffiges Sprechen verhindert und es erleichtert die Kommunikation, weil wir klare Botschaften senden, auf die viel einfacher reagiert werden kann. Hätte ich dem signifikanten Anderen beispielsweise gesagt: „Ich verstehe, dass der Termin wichtig für Dich ist, ich habe mir gerade überlegt, ob es eine Option wäre, ein Zoom-Meeting vorzuschlagen…“ dann wäre die Botschaft ganz anders angekommen.

Aber nicht nur in der Kommunikation ist die Grenzwahrung wichtig, auch im alltäglichen Umgang miteinander spielt Privatsphäre eine wichtige Rolle. Wenn ich zum Beispiel von befreundeten Paaren höre, dass diese die Badezimmertür offen lassen, wenn sie die Toilette benutzen, dann wird mir ganz anders. Ich frage mich dann, ob die größtmögliche Offenbarung der eigenen Intimsphäre wirklich gut für die Beziehung ist, oder ob nicht stattdessen sowohl eine Abstumpfung eintritt als auch der Verlust der erotischen Spannung. Es gibt in einer Sex and the City-Folge den wunderbaren Satz von Miranda, dass ihre Beziehung aufhört sexy zu sein, als sie anfängt, die Unterhosen ihres Freundes mitzuwaschen.

Dieser Perspektive folgend stelle ich fest, dass es nach meinem Dafürhalten nicht wirklich förderlich ist, die eigene Privatsphäre in einer Beziehung aufzugeben. So frage ich zum Beispiel auch nicht nach Telefon-Gesprächspartnern bzw. verlasse den Raum, wenn ein Telefonat geführt wird (falls der signifikante Andere das nicht ohnehin selbst macht), ich stelle keine bohrenden Fragen, wenn ich merke, dass über bestimmte Themen nicht gerne gesprochen wird und ich enthalte mich – in der Regel – meiner Stimme und höre lieber zu, wenn mir von Problemen erzählt wird. Das wirklich interessante dabei ist, dass wir durchaus sehr persönliche Gespräche führen, aber eben unter Wahrung der intimen Grenzen – die man übrigens viel leichter ausweiten kann, wenn man spürt, dass der Andere die Grenze respektiert. Wer tief graben will, übergriffig ist und Druck ausübt, wird eher auf Verschlossenheit stoßen als jemand, der dem Anderen selbst überlässt, was preisgegeben werden will und was nicht.

Insofern ist dies ein Plädoyer für den achtsamen und wohlwollenden Umgang mit unser aller Grenzen – übrigens natürlich auch der eigenen! Wer seine eigenen Grenzen kennt und achtet, der wird auch weniger oft die der Umwelt verletzen, denn das Bewusstsein für die Notwendigkeit der eigenen Integrität schafft auch eine Achtsamkeit für die der Anderen.

Mit diesem Gedanken verabschiede ich mich für heute und verbleibe

herzlich, Eure Merle

Über Perfektionismus

dav

Perfektionismus kann eine feine Sache sein. Für eine Weile. In bestimmten Lebensbereichen. Doch wenn der Anspruch, perfekt sein zu wollen, das ganze Leben bestimmt, dann wird es haarig, dann verheddern wir uns, überfordern uns, machen uns selbst das Leben schwerer als es eigentlich ist.

Als ich studierte, half mir mein Perfektionismus, schnell und mit hervorragenden Noten durch das Studium zu kommen. Ich war jung, wissbegierig, engagiert und hatte keine Probleme, bis nachts um zwölf Max Weber oder Adorno zu lesen. Mein dazu kommender Idealismus gab mir eine unglaubliche Kraft und ich glaubte außerdem uneingeschränkt an die Wissenschaft und ihre Vorzüge. Ich wollte so schnell wie möglich so viel Wissen wie möglich erlangen und in gewisser Weise gelang mir das auch. Erst später verstand ich, dass mein Perfektionismus auch dazu führte, dass ich zum Teil eine Brille mit recht begrenzter Perspektive trug und so darauf bedacht war, die Anforderungen zu erfüllen und einen perfekten Lebenslauf zu gestalten (Stichwort Praktika), dass ich ganz vergass, was ich selbst eigentlich wollte. Im Studium kam mir mein Perfektionismus schließlich bei meinen Abschlussprüfungen in die Quere: die erste mündliche Prüfung in Politikwissenschaft ging vollkommen daneben. Ich hatte mich so unter Druck gesetzt, meine 1 nicht zu versauen, dass ich vor lauter Prüfungsangst schlichtweg nicht mehr sprechen konnte. Ich war stumm. Über die Hälfte der gesamten Prüfungszeit. Hätte mein Professor mich nicht gekannt und gewusst, dass ich eigentlich vieles weiß – ich hätte nicht bestanden. Doch mein Prof war so verständnisvoll, dass er mich quasi durch den Rest der Prüfung lotste und so kam trotzdem noch eine gute Note dabei heraus. Auch Glück braucht der Mensch in manchen Lebenslagen.

Im Arbeitsleben dann half mir mein Perfektionismus, mich in völlig fachfremde Themen einzuarbeiten und sehr exakt und akribisch zu arbeiten. Das war eine Anforderung an meine Stelle, die ich sehr gut erfüllte. Eine Aufgabe abzulehnen kam nie in Frage und selbstverständlich ging ich auch krank in die Arbeit. Das wurde erwartet und also auch gemacht. Mein Talent, mich in sachfremde Gebiete hineinzuvertiefen führte dann auch dazu, dass ich über die Jahre mehrmals befördert wurde und schließlich hatte ich eine Position inne, die ich eigentlich als Ethnologin niemals würde ausfüllen können. Doch ich war wild entschlossen, auch diese Aufgabe zu meistern und perfekt zu erledigen. Es kamen also eine Menge Überstunden dazu, ich studierte manche Fälle noch zu Hause und im gleichen Zuge wurde mein Schlaf immer schlechter und mein Befinden immer trüber. Obwohl ich eine Teilzeitstelle hatte, erledigte ich das Pensum einer Vollzeitstelle und irgendwann musste auch ich einsehen, dass ich der Aufgabe nicht mehr gewachsen war. Interessanter Weise war ein häufiger Streitpunkt mit meinen Vorgesetzten genau der, dass ich die Dinge zu genau nahm und zu viele Fragen stellte. Ich wollte alle Sachverhalte möglichst umfassend und rechtlich hieb- und stichfest bearbeiten – doch das lag gar nicht im Interesse der Firma! Jedenfalls folgte dann ein Jahre langer Kampf mit Kollegen und Chefs, den ich hier gar nicht wiedergeben möchte, weil es mir darum nicht geht – das Ergebnis war allerdings, dass ich ernsthaft krank wurde und das führe ich widerum zu einm großen Teil auf meinen Perfektionismus zurück.

Denn während ich in der Arbeit 150% gab, war es mir auch wichtig, mich in meinem Privatleben zu optimieren und vollkommen zu sein. Ich weiß noch, wie verzweifelt ich war, als ich Tai Chi begann. Eine wunderbare Sportart, die sehr viel mit Langsamkeit und Geduld zu tun hat. Mich machte es schnell wahnsinnig, dass ich in der Ausführung der sogenannten Form noch nichtmal in die Nähe der Performance meiner Lehrerin kam. Gleichzeitig verschlang ich Bücher über Selbstfindung, ging zu einem Coach und besuchte Retreats, die mich endlich zu einem perfekten Menschen machen sollten. Das in der Kindheit versäumte nachholen, reife Tugenden entwickeln (Geduld, Mitgefühl, Mut, Selbsterkenntnis, die eigene Berufung entdecken…), einen Plan für die Zukunft entwerfen, die perfekte Partnerin sein und die perfekte Freundin.

Heute werde ich schon müde, wenn ich nur den vorhergehenden Absatz lese. Und es ist die Ironie schlechthin, dass ich all das, was ich da erreichen wollte, in der Zeit, als ich noch volle Kraft voraus lebte und meinem Perfektionismus fröhnte, nicht erreichen konnte – sondern erst, als ich durch Krankheit gezwungen wurde, alles loszulassen und anzufangen, wirklich langsam zu leben. Zurück zu den basalen Dingen: bewusst atmen, Körper spüren, Gedanken beoachten und ziehen lassen. Gutes Essen essen, genug Wasser trinken, maßvolle Bewegung. Mein an mich selbst gestellter Anspruch und die mir gesetzten Ideale hatten mir nicht nur alle Kraft geraubt, sie hatten mich so sehr von mir selbst entfernt, dass ich erstmal damit anfangen musste zu lernen, wie ich mit mir selber leben kann. Das klingt vielleicht verrückt, aber ich war tatsächlich so außerhalb von mir, dass ich vollkommen die Erdung und damit jeden Halt verloren hatte. Mein ewiges Streben danach, besser zu sein, hatte genau das Gegenteil bewirkt: es ging mir immer schlechter und in der Folge, konnte ich weder mir selbst noch für andere eine gute Freundin sein.

Das perfide am Perfektionismus ist, dass es solange damit gut geht, wie die Aufgaben klar, nachvollziehbar und überschaubar sind. Wenn aber die Schere zwischen Anspruch und Realität zu groß wird, dann übernehmen wir uns und gehen im Zweifelsfall an dem Konflikt kaputt. Was im Studium noch machbar war, weil das Pensum handhabbar und die Aufgabenstellung klar war, ging im Berufsleben nach einer Weile komplett daneben. Und was die Selbstoptimierung im psychischen und seelischen Bereich angeht, da ist Perfektionismus nunmal völlig unangebracht, weil diese Dinge ihr ganz eigenes Tempo haben und Zeit und Muße brauchen um zu wachsen. Wie ein sehr kluger Mensch mir mal sagte: das Gras wächst nicht schneller, wenn man dran zieht. Wie wahr. Und das gleiche gilt auch für unsere neuronalen Verknüpfungen, emotionalen Muster und seelischen Wunden. Persönliches Wachstum und Heilung brauchen sehr viel Geduld, genügend Raum und Ruhe; Druck und hochtrabende Ideale sind da doch eher hinderlich.

Mein Körper und meine Seele haben mich irgendwann gezwungen, das zu erkennen und zu akzeptieren. Lang hats gedauert und ich falle manchmal noch zurück in meine alten, perfektionistischen Gedankenspiralen… aber es wird immer besser mit der Gelassenheit und der Gewissheit, dass alles seine Zeit hat. Dass ich mit der Erwerbsminderungsrente einen unglaublichen Luxus genieße, den es in anderen Ländern zum Beispiel gar nicht gibt, ist mir bewusst. Ich sage nicht, dass sie mir nicht zusteht – aber es ist schon großes Glück, dass ich in einem Land lebe, in dem es so etwas gibt. Ich darf mir die Zeit nehmen die ich brauche, um gesund zu werden. Dafür bin ich unendlich dankbar. Und wenn der Perfektionismus mal wieder sein Haupt hebt, dann lächle ich ihm zu und sage freundlich aber bestimmt: „Danke, dass Du auf mich aufpassen möchtest, aber das brauche ich nicht mehr, Du darfst Dich zur Ruhe legen.“

Niemand ist perfekt – oder wir alle sind es schon. Das kommt jetzt auf die Sichtweise an. Das Streben nach Perfektion aber ist im besten Fall ein zweischneidiges Schwert. Manche Dinge mögen wir damit besser und schneller erreichen, aber ob wir damit auch besser ans Ziel kommen, ist die andere Frage.

Und damit verabschiede ich mich für heute und wünsche allen noch einen schönen Tag!

Herzlich, Eure Merle

Ich will mehr…!

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Wir leben in einer verrückten Welt. Obwohl die allermeisten von uns doch alles haben, was sie zum Leben brauchen, wollen wir immer mehr. Mehr Geld, mehr Spaß, mehr Klicks, aber auch mehr Status, mehr Anerkennung, mehr Liebe, mehr Glück. In einer Zeit, in der so vieles möglich ist wie noch nie in der Geschichte der Menschheit; in der der Einzelne so viele Optionen wie noch nie hat, können wir uns nicht zufrieden geben.

Dinge, die früher undenkbar gewesen wären, wie alljährliche Flugreisen in den Urlaub, regelmäßig das neuste Smartphone besitzen, noch ein größerer Fernseher, ein neues Auto, (…) sind heute selbstverständlich und werden als normal erwartet. Dazu kommen die sozialen Medien, die perfekte Bühne zur Selbstdarstellung, auf der Klicks und Likes gesammelt werden, um das eigene Ego zu befriedigen. Ich schließe mich da nicht aus! Auch ich habe im ersten Jahr meines Blogschreibens wie süchtig auf Likes gewartet und die Dopaminausschüttung genossen, die viele Klicks hervorgerufen haben.

Die größte Krux: wir vergleichen uns ständig mit anderen, sehen die Erfolgreichen, die, die es „geschafft“ haben und wollen das auch, oder eben noch mehr. Doch dieser Vergleich macht uns unglücklich und ab einem gewissen Punkt, nämlich relativ bald ab dem Level, das lebensnotwendig ist, macht ein Mehr an materiellem Wohlstand nicht auch glücklicher! Glücksforscher haben herausgefunden, dass soziale Bindungen, Gemeinschaft, Autonomie und Selbstwirksamkeit wichtigere Faktoren sind, als materieller Reichtum. Man kann dem noch hinzu fügen, dass die Sinnhaftigkeit eines Lebens und ein autenthisch gelebtes Leben ebenso zu Zufriedenheit und Glück beitragen.

Denn die Glücksgefühle, die der Konsum in uns auslöst, sind und werden immer nur von kurzer Dauer sein. Dafür sorgt unser Belohnungssystem. Und wie ein Süchtiger brauchen wir immer mehr, damit wir den Glücksmoment erleben können. Dass diese Dynamik auf Dauer in einer Gesellschaft bzw. den westlichen Gesellschaften nicht gesund sein kann, finde ich offensichtlich. Stetiges, endloses wirtschaftliches Wachstum hängt nicht nur einen Teil der Bevölkerung ab, es zerstört auch die Grundlagen unseres Überlebens auf dieser Erde. (Stichworte: Urwaldbrandrodung, verpestete Luft, verschmutzte Weltmeere, u.v.m. …)

Für mich bedeutet das, wir brauchen einen Wertewandel! Es ist höchste Zeit, dass wir Menschen begreifen, dass Glück erstens nicht (nur) im Außen zu suchen ist sondern enorm viel mit unserer inneren Haltung zu tun hat – und zweitens, dass materieller Wohlstand und die Höhe des Bruttoinlandsprodukts nicht die Heilsbringer sind, für die man sie uns immer verkaufen will. Es braucht ein neues Bewusstsein dafür, dass die kleinen Dinge des Lebens zur Zufriedenheit führen und dass Glück mehr mit Selbsterkenntnis, Selbstliebe und Liebe zu tun hat als mit einem neuen paar Jeans für 300 €. (Ja, das ist nicht aus der Luft gegriffen!)

Das nach dem zweiten Weltkrieg einsetzende deutsche Wirtschaftswunder hat uns die Illusion gebracht, dass wir nur immer mehr wachsen müssten und noch mehr Statussymbole anhäufen müssen, um glücklich zu sein. Doch was ist stattdessen mit Freiheit, Gesundheit, einer glücklichen Beziehung, einem tragendem sozialen Netzwerk, der Natur, der Schönheit der Kunst… ? Sind wir schon so abgestumpft, dass wir das alles gar nicht mehr wahrnehmen?

Ich spreche von „wir“, weil auch ich nicht vollkommen gefeit bin von der Freude an einem neuen Smartphone (obwohl ich lange mit einem Modell auskomme) und obwohl ich weiß, dass viele meiner Leserinnen und Leser dieses rat race gar nicht mitmachen. Zum Teil predige ich hier also wahrscheinlich zu den längst überzeugten. Aber vielleicht ist ja auch die ein oder andere Leserin dabei, die mein Text zum Nachdenken anregt und andere freuen sich vielleicht einfach, dass da jemand ihre Gedanken aufschreibt 😉

Ich finde, wir müssen etwas tun, es wird Zeit, dass die Menschen aufwachen und sich auf das besinnen, was wirklich wichtig ist. Sonst verlieren wir nicht nur uns selbst, sondern auch unseren Lebensraum und unsere freiheitliche Gesellschaft… und was das bedeutet, mag ich mir gar nicht ausmalen…

Und so verabschiede ich mich heute, sehr nachdenklich gestimmt, und wünsche Euch nichtsdestotrotz einen schönen Sonntag!

Eure Merle

Das ist nicht meins!

Grenzen (2)

Wer kennt das nicht: man trifft sich mit einer Freundin, freut sich auf einen gemütlichen Kaffee-Nachmittag und dann kommt die andere Person mit einer derart schlechten Laune, dass man weglaufen möchte. Was man theoretisch tun könnte, doch natürlich machen wir das nicht, weil wir ja mit der Person befreundet sind und uns anhören möchten, was diese in so eine miese Verfassung gebracht hat. Wir bleiben also, sind verständnisvoll, hören zu und – kaum hat man sich’s versehen, sind wir in genau der gleichen Stimmung. Was ist passiert? Richtig, wir waren nicht im Mitgefühl sondern im Mitleid, und das ist etwas entschieden anderes.

Es ist gar nicht immer so leicht, im Mitgefühl zu bleiben, wenn wir uns von anderen abgrenzen möchten. Doch diese Abgrenzung ist notwendig, wollen wir nicht im Mitleid versinken. Das Bewusstsein, dass, was auch immer gerade passiert ist und egal, welches Drama sich vor unseren Augen und Ohren entfaltet, dies die Geschichte des Anderen ist und nicht meine, ist unglaublich wichtig. Die Erkenntnis, dass Deine Laune Deine eigene ist und nichts mit mir zu tun hat, ist sehr befreiend, hat man sie erstmal gewonnen. Natürlich ist mir nicht egal, wie sich meine Freundin fühlt, aber ich gehe nicht mit in ihre Trauer, Bitterkeit oder Genervtheit sondern bleibe bei mir. Das schließt die Achtung und Wertschätzung meines Gesprächspartners mit ein, nicht aber die Übernahme der Emotionen.

Manche Menschen reagieren irritiert, wenn ich mich derart abgrenze und sie möchten, dass ich ihr Drama miterlebe. In solchen Fällen ist es besonders schwer, sich abzugrenzen. Mir hilft es dann, bewusst zu atmen, mich auf mein Zentrum zu konzentrieren und innerlich in die Beobachter-Position zu gehen. Das klappt manchmal nicht, besonders wenn mein Gegenüber sehr vehement und nachdrücklich spricht, aber meistens funktioniert es.

Ich bin der festen Überzeugung, dass ich meinem Gesprächspartner auch gar keinen Gefallen tue, wenn ich Mitleide. Denn was bedeutet Mitleid eigentlich? Es schließt mit ein, dass ich den anderen als klein und bedürftig sehe. In Mitleid schwingt die Annahme mit, dass der andere Hilfe benötigt und nicht in der Lage ist, sich selbst zu helfen. Doch das ist in der Regel durchaus der Fall! Die meisten Antworten haben wir in uns selbst, vorausgesetzt wir sind einigermaßen mit uns selbst in Kontakt und in der Lage, uns selbst zu beobachten. Bin ich im Mitleid, spreche ich dem Gegenüber die Kompetenz und Ressourcen ab, aus der Misere hinaus zu finden und bestätige einfach nur, dass der Andere wirklich in einer sehr schlimmen Situation ist. Bin ich aber im Mitgefühl, dann zeige ich Verständnis und Wertschätzung für das Erleben des Anderen und bin im besten Fall ein Spiegel, in dem mein Gegenüber sich sehen kann. Durch diese Haltung ermuntere ich – im besten Fall – dazu, sich das ganze auch mal aus einer anderen Perspektive zu betrachten und die eigene Stärke zu nutzen, die Situation zu verändern.

Davon abgesehen geht es mir selbst viel besser, wenn ich nicht mitleide sondern mitfühle. Es tut nicht Not, sich in die (emotionalen) Dramen meiner Mitmenschen hinein zu begeben, damit ist keinem geholfen. Ich fände es selber auch schlimm, wenn ich einer Freundin etwas Belastendes erzähle und sie dann mit mir mit leidet. das möchte ich nicht. Und deshalb ist es so wichtig, dass wir lernen zu unterscheiden: was ist Deines, was ist meins. Manchmal triggern natürlich die Erzählungen des Anderen unsere eigenen negativen Gefühle. Doch auch dann ist es wichtig, zu erkennen: aha, ich reagiere jetzt mit Erinnerungen auf die Erzählung meines Gegenübers – aber ich bin jetzt nicht in dieser Situation und muss meine eigenen Emotionen nicht auf den anderen projizieren. Ist das hohe Schule? Vielleicht ja, aber es macht den Umgang mit unserer Umwelt um so vieles einfacher!

Die bewusste Setzung von Grenzen, wenn wir in der Rolle des Zuhörers sind, gestaltet unsere Begegnungen leichter aber auch liebevoller. Im Mitgefühl muss ich keine Angst haben, dass mir mein Gegenüber meine Energie raubt. Im Mitgefühl bin ich in Resonanz, nicht in der Abwehr. Im Mitgefühl sind wir uns der geteilten menschlichen Erfahrung bewusst – nämlich, dass es uns allen mal bescheiden geht – aber wir nehmen dem anderen nicht die Verantwortung ab, sein Leben zu meistern. Im Mitgefühl achte ich den Weg des Anderen, wo auch immer er hinführt und weiß um meinen eigenen. Das macht es möglich, das Drama loszulassen und zu kreativen Lösungen zu kommen.

Mit diesen Gedanken verabschiede ich mich für heute und wünsche Euch allen ein schönes Wochenende!

Eure Merle

Über Nähe

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Hallo liebe Leserinnen und Leser, hiermit melde ich mich im neuen Jahr zurück – jedoch nicht ohne Euch allen noch ein gesundes, wundervolles 2021 zu wünschen!

Die letzten Wochen war es still auf meinem Blog, da ich – auf wunderbare Art und Weise – sehr beschäftigt war. Ich habe jemanden kennen gelernt, tatsächlich über eine Partnerschaftsplattform im Internet, und irgendwie sind die Tage wie im Nu verflogen. Doch heute möchte ich wieder mal meine Gedanken mit Euch teilen, da ich in den vergangenen Tagen und Wochen eine interessante Erkenntnis gewonnen habe:

Ich bin gar keine Nähe-Phobikerin, ich hatte bisher nur noch nicht den passenden Menschen getroffen! In der Vergangenheit verhielt es sich so, dass ich nach spätestens drei gemeinsam verbrachten Tagen unruhig wurde und das Bedürfnis hatte, mein Wohnung für mich zu haben. Mich nervte es, wenn mein Freund bei mir kochte, ich wollte mein Bett wieder für mich haben und sich dann auch noch abstimmen, wer wann ins Bad geht… einfach nur anstrengend. In gewisser Weise glaube ich schon, dass ich da über die Jahre einige typische Single-Züge angenommen hatte, die es mir erschwerten, mich auf eine andere Person in meinem Haushalt einzustellen. Insgesamt war jedenfalls das Ergebnis, dass mir vorgeworfen wurde, ich könne nicht mit Nähe umgehen und habe da ein Problem, das der Behandlung bedürfe.

In der Konsequenz war ich Jahre lang überzeugt, ein Näheproblem zu haben und dachte, ich müsse mich ändern. Doch je mehr man zwanghaft versucht, sich zu ändern, desto stärker treten die abgeblehnten Züge in Erscheinung. So musste ich die Erfahrung machen, dass, je mehr ich versuchte, mich zur Nähe-Toleranz zu „erziehen“, desto mehr ging mir die andere Person auf die Nerven. Gespräche darüber endeten in der Regel mit der gemeinsamen Übereinkunft, dass ich das Problem sei.

Nun hatte ich insofern Glück, als dass ich in den letzten Jahren mehreren sehr klugen Menschen begegnete, die mir beibrachten, dass ich erstmal meine Person mit meinen Macken voll und ganz akzeptieren dürfe und dass Veränderung immer die radikale Akzeptanz des Ist-Zustandes voraussetzt. Das war harte Arbeit, aber es gelang und gelingt mir immer besser, auch was mein Nähe-Distanz-Thema angeht. Ich lernte, meine Bedürfnisse nach meinem eigenen Raum zu respektieren und sah mich als jemanden, die überdurchschnittlich viel Abstand und Distanz in einer Beziehung braucht. Was soll’s, dachte ich, es gibt Schlimmeres!

Und nun ist da dieser Mensch in mein Leben getreten, der mich auch nach einer knappen Woche in meiner Wohnung kein bißchen nervt! Da Corona-bedingt draußen nicht viel los ist, verbringen wir ungewöhnlich viel Zeit drinnen, und trotzdem stört mich die Anwesenheit einer zweiten Person nicht. Und ich lebe in einer 1,5-Zimmer-Wohnung, das bedeutet, es gibt recht wenig Raum, sich aus dem Weg zu gehen. Aber siehe da, das ist gar nicht mehr notwendig. Weder das Kochen noch die Okkupation des Bades sind ein Problem für mich und die gemeinsam verbrachte Zeit genieße ich sehr. Wie kann das sein? Warum geht auf einmal, was früher nicht ging?

Meine Antwort ist zweigeteilt: zum einen denke ich, dass meine Akzeptanz meiner Bedürfnisse dazu geführt hat, dass diese im Ernstfall gar nicht mehr so furchtbar dringlich sind. Zum anderen aber habe ich festgestellt, dass sich unterschiedliche Menschen in meinem Zuhause auch unterschiedlich anfühlen. Jeder Mensch hat eine andere Ausstrahlung, ein anderes Energiefeld und „besetzt“ den Raum auf mehr oder eben weniger intensive und okkupierende Art und Weise. Zur Zeit bewegt sich in meinem Heim ein Wesen, dass sich kaum raumgreifend anfühlt. Ich habe nicht (mehr) den Eindruck, aus meiner Sphäre verdrängt zu werden und im Gegensatz zu früher fühle ich keine an mich gerichteten Erwartungen.

Das ist ziemlich fantastisch und beeindruckend, besonders gemessen daran, wieviel Raum ich früher dem „Problem Nähe“ gegeben habe. Das vermeintliche Problem entpuppt sich im Nachhinein als Versuch, etwas passend zu machen, was nicht passte. Ich will aber auch die Bedeutung der Akzeptanz-Arbeit betonen, die sicher auch eine wichtige Rolle gespielt hat. Was ich daraus lerne, ist erstens, mir in Zukunft nicht jeden Schuh anzuziehen, den man mir aufdrängt und zweitens, achtsamer meine Begegnungen zu beobachten, hineinzuspüren in das, was ist und nicht verzweifelt zu versuchen, das zu erschaffen, was angeblich sein soll.

Am Ende des Tages geht es also wieder mal um Achtsamkeit und Selbstliebe – Themen, die uns ein ganzes Leben beschäftigen, wenn wir uns darauf einlassen. Und wenn es gut läuft, dann trifft man vielleicht sogar jemanden, mit dem man gemeinsam darin wachsen darf. In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen Menschen, der uns dazu anregt, sich selbst anzunehmen und achtsam mit uns umzugehen.

Eine schöne Woche noch und einen geruhsamen Feiertag morgen wünscht Euch

Eure Merle

Das psychologische Technik-Phänomen

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Meine elektrischen Geräte haben eine Seele. Davon bin ich fest überzeugt. Mal sind sie in bester Verfassung und funktionieren einwandfrei, das heißt, sie machen, was ich von ihnen erwarte; mal sind sie mies drauf und tun gar nichts, mal proben sie den Aufstand und foppen mich mit nie gekannten Fehlermeldungen, die mich in den Wahnsinn treiben. Meine EDV und mein Fernseher haben ein emotionales und psychisches Eigenleben. Und nicht nur, dass sie nicht zuverlässig das tun, wofür sie da sind, nein, sie reagieren auch auf meine Launen und Stimmungen.

Nein, ich spinne nicht. Angefangen hat es mit meinem Fernseher. Ein Flachbildschirm-Gerät, dass ich vor einigen Jahren neu gekauft habe und das von Anfang an unerklärliche Phänomene zeigte, die weder mit dem Anschluss noch mit dem Wetter noch mit sonst was etwas zu tun hatten. Außer mit meinen Gemütszuständen konnte ich nie einen kausalen Zusammenhang entdecken. Aber der war ziemlich eindeutig: wenn ich traurig und/oder wütend war, fingen das Bild und der Ton an zu krisseln. Je heftiger meine emotionale Wallung, desto stärker die Störung im Fernseher. Und, jetzt kommt das Beste: das ganze kam in Kombination mit einer Art statischem Geräusch und einer Gänsehaut, die sich auf meinen Armen ausbreitete. Ich weiß, das klingt verrückt und die ein oder andere mag mich jetzt für völlig bekloppt halten, aber so wahr ich hier sitze: ich schreibe keinen Stuss. In der Regel wurden die Störungen behoben, wenn ich das Gerät ausschaltete, mich beruhigte und dann in entspannter Atmosphäre den TV wieder anschaltete. Wenn ich ruhig war, war es auch der Empfang.

Ich komme gerade jetzt drauf, weil ich heute wieder eine technische Überraschung erleben durfte: Vor ein paar Jahren habe ich mir eine externe Festplatte gekauft, um meine Daten auf meinem Notebook regelmäßig zu sichern. Das klappte gut, bis Ende 2018. Da las mein Notebook die Dateien auf der Festplatte nicht mehr oder erkannte das Gerät, das per USB angeschlossen wird, überhaupt erst gar nicht. Ich weiß noch genau, in welcher Verfassung ich damals war: ich hatte mehr als ein halbes Jahr Krankenhaus hinter mir, privat lief alles scheiße (pardon), mein Kater Frodo war schwer krank und ich versuchte gerade, meine bürokratischen Verpflichtungen zu erfüllen. Um wichtige Dokumente zu sichern, schloß ich die externe Festplatte an und nichts ging mehr. Der Laptop stürzte wahlweise ab oder erzählte mir irgendwas von einer Formatierung, die das externe Gerät benötige. Dabei hatte ich es ja vorher schon mit dem gleichen Laptop benutzt! Nach zig Versuchen, das Gerät wieder zum laufen zu bringen, gab ich auf, packte die externe Festplatte weit hinten in die Schublade und vergaß sie daraufhin. Froh, dass mein Rechner wieder normal funktionierte, speicherte ich von da an wichtige Dateien auf USB-Sticks. Keine elegante aber eine gangbare Lösung.

Nun fand ich heute morgen, dass es Zeit sei, mal wieder ein komplettes Backup von meinen Daten zu machen und begann, im Internet nach externen Festplatten zu recherchieren. Ich hatte mich gerade für ein Modell bei meinem Leib- und Magen-Elektrogeschäft entschlossen, als mir der Gedanke kam, die alte externe Festplatte nochmal zu testen. Und siehe da: TADA! Das Gerät wurde erkannt, alle Dateien darauf waren lesbar und die Kopie meiner Notebook-Daten klappte ohne Probleme. Mein anschließender Test, bei dem ich die Festplatte mehrfach vom Rechner trennte und wieder anschloß zeigte auch keinerlei Probleme. Ich kann mir das nur mit meinem emotionalen Zustand erklären. War ich vor zwei Jahren extrem angespannt, ungeduldig und auch wütend auf meine Situation, bin ich heute im Vergleich zu damals um einiges entspannter. Auch als ich die externe Festplatte heute anschloß, war ich vollkommen ruhig und dachte mir nur: wenn Du funktionierst, ist es fein, wenn nicht, gibt’s neu neue. Offenbar spiegeln meine elektronischen Freunde meine innere Verfassung! Verrückt, nicht wahr?

Mir fallen noch mehr Beispiele ein: so habe ich Verbindungsprobleme mit dem Internet, wenn ich unter Zeitdruck und genervt etwas bestellen möchte oder der Browser hängt besonders dann, wenn ich ungeduldig und angespannt ein Video ansehen möchte. Sobald ich mich entspanne und beruhige, läuft wieder alles wie geschmiert. Auch das Radio meiner Stereoanlage scheint in Abhängigkeit meiner Gemütslage entweder einen guten oder keinen Empfang zu haben. Speziell beim Radio nehme ich auch, wie beim TV, statisches Knistern und Gänsehaut wahr.

Mich würde sehr interessieren, was ein Elektrotechniker oder ein IT-Spezialist zu diesen Phänomenen sagen würden… ich habe mich mit mir darauf verständigt, dass meine Geräte offenbar eine eigene Psyche haben auf die ich Rücksicht nehmen muss 😉 Das einzige, was mir sonst dazu einfällt, sind elektromagnetische Felder, die uns umgeben und die wahrscheinlich mit den winzigen elektrischen Strömen, die im menschlichen Körper durch dessen chemische Reaktionen existieren, reagieren. Und dass die elektrischen Ströme im menschlichen Körper wiederum vom Level der Ent- und Anspannung beeinflusst werden, kann ich mir gut vorstellen. Aber natürlich ist die Erklärung, dass meine Geräte eine eigene Persönlichkeit besitzen viel netter. Immerhin spreche ich ja auch mit ihnen oder wurde auch schonmal handgreiflich (mein früheres Notebook flog, als tatsächlich und unwiederbringlich sein letztes Stündlein geschlagen hatte, quer durch die Wohnung). Und je nach dem wie es mir gerade geht, bin ich meinen elektrischen Helfern wohlgesonnen oder eher schlecht auf sie zu sprechen. Als Helferlein würde ich mir da eventuell auch herausnehmen, entsprechend zu reagieren. Wie man in den Wald hinein ruft, so tönt’s zurück, das weiß man ja. Und wer bin ich, davon auszugehen, dass meine Geräte willenlose Sklaven meiner Bedürfnisse sind?

Was auch immer die Erklärung für diese abgefahrenen Phänomene ist – ich hab mich ganz gut mit meinen Geräten arrangiert und wenn ich so des öfteren aufgefordert werde, mich zu beruhigen und zu entspannen, kann das ja auch nur von Vorteil sein!

Achtet mal drauf, wie ihr drauf seid, wenn’s mit der Technik nicht klappen will – vielleicht erlebt Ihr eine Überraschung 🙂

Damit verabschiede ich mich für heute und wünsche ein schönes Wochenende!

Eure Merle